

Mit bemerkenswertem Engagement haben Schüler im Stadtarchiv recherchiert und rund 40 Orte und Schicksale aus der Zeit zwischen 1933 und 1945 aufgearbeitet, eine Leistung, die weit über den gewöhnlichen Schulalltag hinausgeht!
Oberbürgermeister Michael Jahn (1. v. li.) zeigte sich beeindruckt von der Sorgfalt und Empathie, mit der die Jugendlichen sich der NS-Geschichte ihrer Stadt genähert haben. Schulleiterin Monica Bayer-Kulle hob hervor, welch unschätzbaren Beitrag die Schüler zur Demokratiebildung geleistet haben: Mit ihrer Arbeit halten sie Erinnerung aktiv wach und setzen sich dafür ein, dass Geschichte sich nicht wiederholt. Es ist diese Bereitschaft junger Menschen, sich unbequemen Themen zu stellen, die dem Projekt seine besondere Kraft verleiht.
Im Zentrum der App steht auch das Schicksal von Erna Dobler, die als Schülerin 1943 wegen einer kritischen Bemerkung im Pausenhof denunziert und von der Gestapo verhört wurde. Ihre Tochter Petra Dobler-Zanghi (2. v. li.) reiste eigens aus Italien an und berührte die Gäste mit persönlichen Erinnerungen an ihre Mutter. Als Zeichen der Anerkennung erhielten die beteiligten Schüler eine weiße Rose überreicht, eine Geste in Erinnerung an die Widerstandsgruppe und zugleich ein stiller Dank für ihren Mut, sich dieser Geschichte anzunehmen. Zeitzeugeninterviews von Filmemacher Hermann G. Abmayr geben der App zusätzliche Tiefe.
Die App ist kostenfrei per QR-Code abrufbar und wird laufend erweitert. Wachsam zu bleiben und Verantwortung zu übernehmen, das gehört zur christlichen Grundhaltung des Maria-Ward-Gymnasiums. Die Öffentlichkeit ist eingeladen, sich mit eigenen Beiträgen an der App zu beteiligen und sie so weiter mitzugestalten. Denn Erinnern ist der erste Schritt zu nie wieder.
Fotos: Michael Lindner/Stadt Günzburg



